An diesem Wochenende auf dem Segelflughafen

Leoniden im November
Wer die Perseiden verpasst, kann den nächsten größeren Sternschnuppenstrom  im November verfolgen - dann jedoch sicher dicker angezogen. Vom 14. bis 21.8.2003


Der Mars geht auf ... und wir gucken in die Röhre! :) ins Teleskop!


Eine kleine Armada von Raumfahrzeugen nähert sich in diesen Tagen dem Mars. Der Grund für die Rushhour Richtung Roter Planet ist einleuchtend: Nie in der
Menschheitsgeschichte war uns der Mars so nahe wie heute. Raumfahrer und Planetenforscher nutzen die günstige Konstellation, die so genannte Mars-Opposition, für einen raschen Abstecher zum Nachbarplaneten und Freizeit-Sternengucker schlagen sich in den kommenden Wochen die Nächte um die Ohren. Denn durch die ungewohnte Nähe wird sich der Rote Planet zu einem auffälligen Gestirn am Nachthimmel entwickeln, das für jedermann erkennbar ist. Mit einem Fernrohr oder einem kleinen Teleskop werden zumindest die großen Oberflächenstrukturen des Mars erkennbar sein.


Nur wenig Wolken erwartet

Wolken werden die Sicht nach Meteorologen-Angaben nur wenig behindern: "In den meisten Teilen Deutschlands besteht die Chance, dass der Sternschnuppenschwarm ganz gut beobachtet werden kann", sagt Michael Knobelsdorf vom Deutschen Wetterdienst. Es werde zwar hier und dort bewölkt sein, aber zwischen den Wolken überall Lücken geben. Wegen der Wetterlage könne aber nicht vorhergesagt werden, wo der Himmel klar sei.

Von der Wiese aus betrachten
Bereits am Dienstagabend werden wie in den vergangenen Nächten Sternschnuppen am Himmel leuchten. "Die beste Ausrüstung ist eine Decke auf der Wiese oder ein Liegestuhl", rät Astronom Martin Neumann, Redakteur beim Magazin "Sterne und Weltraum". Ein Fernglas ist nicht angebracht, weil man damit immer nur einen ganz kleinen Ausschnitt am Himmel sieht. Die Lichter scheinen dem Sternbild Perseus zu entspringen, das im Nordosten aufgeht. Sie sind jedoch am ganzen Himmel zu sehen. Außerdem sind die Perseiden bekannt für einzelne besonders helle Feuerkugeln, so genannte Boliden.

Mars begleitet die Perseiden
In diesem Jahr haben die Perseiden noch einen besonders auffälligen Begleiter. Der Mars ist als heller ockerfarbener bis rötlicher Punkt tief am Südosthorizont zu erkennen. "Zum Einbruch der Dunkelheit steht er bei ausgestrecktem Arm etwa eine Faustbreit über dem Horizont", erklärt Neumann. "Bis Mitternacht steigt er etwas höher - etwa eine Handbreit über den Horizont." Unser Nachbarplanet erscheint zurzeit besonders hell: Am 27. August erreicht er seinen erdnächsten Punkt seit fast 60.000 Jahren.

Laurentius-Tränen verglühen
Meteore entstehen aus Überresten von Kometenschweifen. Kommt ein Komet in die Nähe der Sonne, treten kleine Teilchen aus dem Kometen aus und schwirren ihm auf seiner gesamten Bahn hinterher - im Fall der Perseiden stammen diese Teile von dem Kometen Swift-Tuttle. Wenn die Erde in ihrer Umlaufbahn auf eine solche Staubspur trifft, verglühen die Kometenstückchen in der Atmosphäre. Durch die Reibung regen sie die Luftmoleküle zum Leuchten an, was dann als Sternschnuppe zu sehen ist. Die Bruchstücke sind meist nur so groß wie Sandkörner. Boliden stammen jedoch oft von kiloschweren Teilen. Im Volksmund werden die Perseiden auch Laurentius-Tränen genannt, nach dem Märtyrer, der der Legende zufolge am 10. August 258 nach Christus in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert wurde.

 

Sonne - Die Lebensspenderin

Ohne unsere Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde - und doch ist sie nur einer von Millionen Sternen im All. Trotz eines Durchmessers von 1.392.000 Kilometer ist sie nicht einmal besonders groß - wegen ihrer nur durchschnittlichen Größe und Leuchtkraft wird sie von Astronomen auch "gelber Zwerg" genannt. Dass überhaupt Leben auf der Erde möglich ist, verdanken wir dem Abstand unseres Heimatplaneten zur Sonne. Die Erde ist nahe genug, um viel Licht abzubekommen, doch auch weit genug entfernt, denn die Energie, die auf der Sonne frei wird, ist enorm.

Ständige Kernfusion
In ihrem Inneren heizt sich die vor allem aus Wasserstoff und Helium bestehende Sonne auf über 10 Millionen Grad Celsius auf. Im Zentrum laufen ständig Kernreaktionen ab, vor allem wird Wasserstoff in Helium umgewandelt. Die freigesetzte Energie wird nach außen transportiert und in den Weltraum abgestrahlt. Nur ein winziger Bruchteil davon erreicht die Erde: Doch das genügt, um unseren Planeten mit Licht und Wärme zu versorgen. Im direkten Größenvergleich sind die Planeten, auch der riesige Jupiter, schiere Zwerge - die Sonne enthält über 99 Prozent der Gesamtmasse unseres Planetensystems.

Das Ende der Sonne
Noch strahlt die Sonne am Himmel, doch bald - zumindest in galaktischem Maßstab - wird es mit ihr zu Ende gehen. In etwa fünf Milliarden Jahren wird der Wasserstoff-Vorrat aufgebraucht sein, die Sonne wird sich zu einem "Roten Riesen" aufblähen und die Erde auf 500 Grad Celsius aufheizen, bevor die Sonne als "Weißer Zwerg" im All verglüht.