Mein Weg zum Amateurfunk

DL6VL
Helmut Poestges
Tönisheider Str. 3
4000 Düsseldorf 13
Geboren am 19.04.1924 in Düsseldorf

60 Jahre Deutscher Amateur Radio Club und 50 Jahre Amateurfunklizenz

Schon im 14. Lebensjahr kam ich mit der HF-Technik in Berührung. Es war im Jahre 193 8. Zum Unterichtsprogramm an der Mittelschule, die ich besuchte, gehörte auch der „Werkunterricht". Da wir nach kurzem Anlernen unsere Bauobjekte selbst wählen konnten, stellte ich unserem Lehrer den Bau eines Detektorempfängers vor, den ich im „Großen Buch für Jungen" gefunden hatte. Mit Lampen und Schaltern hatte ich schon vorher experimentiert, was mein Vater gar nicht gerne sah, obwohl er Elektromonteur war. Nach dem Bau dieses Detektorempfängers ging es weiter über NF-Verstärker mit einer Röhre, Netzanode usw. Etwa ein bis zwei Jahre später fragte mich ein Mitschüler unserer Klasse (Leo Waldik): „Willst Du auch das Morsen lernen? Ich kenne jemanden, der es uns lehren will." Der Entschluss war leicht, und einige Tage später waren wir bei Dr. Otto Pauli (DE3787/H), Achenbachstr. 69, in Düsseldorf und übten CW. Nach intensivem Üben mit sehr viel Begeisterung lernten wir sehr schnell, bauten, soweit das im Krieg möglich war, weitere Geräte und traten dem DASD bei (1940). Der DASD hatte damals im Dachgeschoß einer Schule an der Stromstraße in Düsseldorf eine Station und Unterrichtsräume. Ich werde nie den Wandspruch vergessen, der neben einem Funker, der in einem gemütlichen Sessel saß, geschrieben stand: „Laß nie durch einen Funkspruch Dich aus der Ruhe bringen, denk immer an den Kernspruch des Götz von Berlichingen!"
In den Kriegsjahren war der Bau von Empfängern und Geräten sehr schwer. 1942 wurde ich mit meinen Eltern „total-ausgebombt". Einige WochenHelmut (DL6VL) und Hans (DF7JW) später mußte ich Soldat werden. Auch hier ging es zu den Funkern, wenn auch bei der Infanterie. Bei Funkübungen an der Kanalküste wurde mit Geräten im 6m-Band sehr oft von der anderen Kanalseite von den Engländern mitgefunkt. Auch hier bauten wir mit eigenen Mitteln Antennen, die vielfach besser waren als die gelieferten. Ende 1944 geriet ich in amerikanische Gefangenschaft an der belgisch/französischen Grenze. Im Gefangenenlager ging der Bau von Empfängern weiter, wenn auch unter schwierigen Bedingungen. Ich kannte z.B. zur damaligen Zeit den Farbcode der Amerikaner nicht. Kurz vor Weihnachten 1946 war ich wieder zu Hause. Ich suchte Kontakt zu Funkamateuren und wurde nach einiger Zeit „förderndes Mitglied" im WBRC in Süddeutschland, dann Gründungsmitglied im OV-Düsseldorf des DARC-BZ. Als die deutschen Lizenzen 1949 wieder erteilt werden konnten, war ich im Studium zum Ingenieur in Hagen. Es dauerte noch bis zum Herbst 1950 bis ich mein Rufzeichen DL6VL erhielt. Es gab ja damals nur zwei Prüfungen im Jahr. Ich war froh, mit einem alten Wehrmachtsgerät auf einem Band arbeiten zu können.

Nach meiner Heirat kamen der Umzug und die Antennenschwierigkeiten mit der Wohnungsgenossenschaft (von der Post). Es ging nur noch mit einem Dipol auf 10m unter dem Dach. DX-Versuche trotz der guten Bedingungen 1959 waren selten erfolgreich. Ich verlegte meine Tätigkeit auf Mobil-Betrieb und versuchte mich schon früh auf 2m.

Im Jahre 1966 gelang der Umzug wieder ins elterliche Haus, wo ich heute noch wohne und 1950 nach der Lizenzierung begonnen hatte. Nach dem Tode meiner Eltern 1973/74 habe ich das Haus übernommen. Hier habe ich nach und nach verschiedene Antennen für KW und UKW (2m + 70cm) gebaut. Nachdem ich mir vor einigen Jahren eine Drake-Line zulegen konnte, bekam ich ein neues Kurzwellengefühl.

Etwa 1967/68 ging ich beruflich (innerhalb der Post) auch auf das HF-Gebiet. Hier übernahm ich den Messdienst und die Unterhaltung der Richtfunkstrecken, Fernsehsender (2.+ 3. Programm) und eine größere Anzahl von Füllsendem (Frequenzumsetzer 2.+3. Programm). Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, und ich baute auf 70cm einen Sender für Amateurfunkfernsehen (A5).

Über sechs Jahre war ich im Funkstörungsmessdienst als vertretender Dienststellenleiter und seit 1976 gleichzeitig im Prüfungsrat als Vorsitzender für Amateurfunkprüfungen. In Störungsfällen habe ich in den letzten Jahren auch manchen Funkamateur dienstlich besuchen müssen. So war ich auch beruflich stark für den Amateurfunk tätig. Nicht zuletzt auch im Arbeitskreis für den Fragenkatalog, Teil Technik, der im Jahr 1980 erschienen ist. Auch nach meiner Pensionierung bin ich weiterhin im Prüfungsausschuss bei der Oberpostdirektion in Düsseldorf tätig.

[Laudatio]   [VFDB]   [Fotos]


Wir über uns Mitglieder Vorstand OV-Abend Frequenzen Ehrungen OV Intern
DL Rundspruch Kontaktadresse Termine Aktuelles Workshops Tipps & Tricks
Vatertag Antennentuning Segelflughafen

Zu den weiteren Informationen ...