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Schon im 14.
Lebensjahr kam ich mit der HF-Technik in Berührung. Es war im
Jahre 193 8. Zum Unterichtsprogramm an der Mittelschule, die ich
besuchte, gehörte auch der „Werkunterricht". Da wir nach kurzem
Anlernen unsere Bauobjekte selbst wählen konnten, stellte ich
unserem Lehrer den Bau eines Detektorempfängers vor, den ich im
„Großen Buch für Jungen" gefunden hatte. Mit Lampen und Schaltern
hatte ich schon vorher experimentiert, was mein Vater gar nicht
gerne sah, obwohl er Elektromonteur war. Nach dem Bau dieses
Detektorempfängers ging es weiter über NF-Verstärker mit einer
Röhre, Netzanode usw. Etwa ein bis zwei Jahre später fragte mich
ein Mitschüler unserer Klasse (Leo Waldik): „Willst Du auch das
Morsen lernen? Ich kenne jemanden, der es uns lehren will." Der
Entschluss war leicht, und einige Tage später waren wir bei Dr.
Otto Pauli (DE3787/H), Achenbachstr. 69, in Düsseldorf und übten
CW. Nach intensivem Üben mit sehr viel Begeisterung lernten wir
sehr schnell, bauten, soweit das im Krieg möglich war, weitere
Geräte und traten dem DASD bei (1940). Der DASD hatte damals im
Dachgeschoß einer Schule an der Stromstraße in Düsseldorf eine
Station und Unterrichtsräume. Ich werde nie den Wandspruch
vergessen, der neben einem Funker, der in einem gemütlichen Sessel
saß, geschrieben stand: „Laß nie durch einen Funkspruch Dich aus
der Ruhe bringen, denk immer an den Kernspruch des Götz von
Berlichingen!"
In den Kriegsjahren war der Bau von Empfängern und Geräten sehr
schwer. 1942 wurde ich mit meinen Eltern „total-ausgebombt".
Einige Wochen später mußte ich Soldat werden. Auch hier ging es zu
den Funkern, wenn auch bei der Infanterie. Bei Funkübungen an der
Kanalküste wurde mit Geräten im 6m-Band sehr oft von der anderen
Kanalseite von den Engländern mitgefunkt. Auch hier bauten wir mit
eigenen Mitteln Antennen, die vielfach besser waren als die
gelieferten. Ende 1944 geriet ich in amerikanische Gefangenschaft
an der belgisch/französischen Grenze. Im Gefangenenlager ging der
Bau von Empfängern weiter, wenn auch unter schwierigen
Bedingungen. Ich kannte z.B. zur damaligen Zeit den Farbcode der
Amerikaner nicht. Kurz vor Weihnachten 1946 war ich wieder zu
Hause. Ich suchte Kontakt zu Funkamateuren und wurde nach einiger
Zeit „förderndes Mitglied" im WBRC in Süddeutschland, dann
Gründungsmitglied im OV-Düsseldorf des DARC-BZ. Als die deutschen
Lizenzen 1949 wieder erteilt werden konnten, war ich im Studium
zum Ingenieur in Hagen. Es dauerte noch bis zum Herbst 1950 bis
ich mein Rufzeichen DL6VL erhielt. Es gab ja damals nur zwei
Prüfungen im Jahr. Ich war froh, mit einem alten Wehrmachtsgerät
auf einem Band arbeiten zu können.
Nach meiner Heirat kamen der Umzug und die Antennenschwierigkeiten
mit der Wohnungsgenossenschaft (von der Post). Es ging nur noch
mit einem Dipol auf 10m unter dem Dach. DX-Versuche trotz der
guten Bedingungen 1959 waren selten erfolgreich. Ich verlegte
meine Tätigkeit auf Mobil-Betrieb und versuchte mich schon früh
auf 2m.
Im Jahre 1966 gelang der Umzug wieder ins elterliche Haus, wo ich
heute noch wohne und 1950 nach der Lizenzierung begonnen hatte.
Nach dem Tode meiner Eltern 1973/74 habe ich das Haus übernommen.
Hier habe ich nach und nach verschiedene Antennen für KW und UKW
(2m + 70cm) gebaut. Nachdem ich mir vor einigen Jahren eine
Drake-Line zulegen konnte, bekam ich ein neues Kurzwellengefühl.
Etwa 1967/68 ging ich beruflich (innerhalb der Post) auch auf das
HF-Gebiet. Hier übernahm ich den Messdienst und die Unterhaltung
der Richtfunkstrecken, Fernsehsender (2.+ 3. Programm) und eine
größere Anzahl von Füllsendem (Frequenzumsetzer 2.+3. Programm).
Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, und ich baute auf 70cm
einen Sender für Amateurfunkfernsehen (A5).
Über sechs Jahre war ich im Funkstörungsmessdienst als
vertretender Dienststellenleiter und seit 1976 gleichzeitig im
Prüfungsrat als Vorsitzender für Amateurfunkprüfungen. In
Störungsfällen habe ich in den letzten Jahren auch manchen
Funkamateur dienstlich besuchen müssen. So war ich auch beruflich
stark für den Amateurfunk tätig. Nicht zuletzt auch im
Arbeitskreis für den Fragenkatalog, Teil Technik, der im Jahr 1980
erschienen ist. Auch nach meiner Pensionierung bin ich weiterhin
im Prüfungsausschuss bei der Oberpostdirektion in Düsseldorf
tätig. [Laudatio]
[VFDB] [Fotos] |